Sind Sie schon resultätig?

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Sind Sie schon resultätig?

Walter W. ist natürlich eine fiktive Figur. Natürlich. Also sollte jede Ähnlichkeit mit existierenden Menschen rein zufällig oder am besten gar nicht möglich sein. Es sollte sich also niemand persönlich angegriffen fühlen, wenn Walter W. als Stereotyp für eine ganz spezielle Art von Menschen herhalten muss.

Sie werden sich fragen, welch‘ fürchterlicher Charakter sich hinter einer anonymen Type wie Walter W. verstecken muss? Die Antwort ist einfach und brutal: Du und ich.

Die Leiden des Walter W.

Aber zurück zu Walter und seinem W. Unser Walter hat ein großes Problem, bei dem wir ihn ein wenig begleiten möchten. Walter ist ein Mensch. Dementsprechend kämpft er tagein tagaus damit, sein Leben voran zu treiben, seine Ziele zu definieren und ihnen so nahe wie möglich zu kommen. Und genau da beginnen die Leiden unseres Walter W.

Walter W. hat Visionen. Nicht jene Art von Visionen, die einen in geschlossene Anstalten von Kliniken bringt. Vielmehr sind es Bilder seiner eigenen Zukunft, umsetzungskrafteiner Zukunft, die ihm mehr Erfüllung und Freude bringen soll als seine Gegenwart. Soweit, so menschlich. Wer kann schon behaupten, bisweilen nicht selbst auch solche Vorstellung zu erzeugen. Wer möchte nicht auch in einer besseren Zukunft leben, einem Leben, das die eigenen Wünsche zur Gänze erfüllt sieht.

Ja, Walter W. ist guten Mutes, immerhin weiß er jetzt, was er will. Jetzt gilt es nur noch, einen Weg durch den Nebel zu finden. Doch unser Freund muss jetzt zu seinem Leidwesen einsehen, dass er menschlich ist. Zu wissen, was man will, ist eine Sache. Zu erreichen, was man will, eine ganz andere. Walter W. muss nun erkennen, dass der Aufwand den er betreibt um seine Ziele zu erreichen, seinen Energiehaushalt bei weitem übersteigt. Was ist schief gelaufen, fragt er sich.

Die Handlung ist nicht gleich dem Resultat

Walter W. hat einen großen Fehler begangen. Einen Fehler, der uns allen auch ganz leicht passieren kann auf unseren Wegen zum Glück. Und genau jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir Walter W. verlassen, sinnbildlich gesprochen natürlich, und uns in den Spiegel schauen. Ab jetzt geht es nur noch um uns.

Wir sind in unserer Energie limitiert. Umso mehr ist es von essenzieller Wichtigkeit, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren und unseren Blick dafür zu schärfen. Wir müssen uns fragen, was wirklich notwendig ist, um unsere Ziele zu erreichen, ganz ohne Schnörkel und Umwege. „Nice to have“ wird durch „absolutely necessary“ ersetzt.

Eine überraschend einfache Sichtweise hilft hier weiter. Sie manifestiert sich in einem neu erschaffenen Wort: Resultätig!

Seien Sie resultätig!

Wir lieben es, unsere Handlungen zu bewundern, oder noch besser, sich dafür bewundern zu lassen. Das macht uns anfällig, das wesentliche aus den Augen zu verlieren.

Wir alle kennen das Sprichwort „Alle Wege führen nach Rom“. Dem Sinne nach stimmt unser Spruch, doch unter dem Mikroskop finden wir das Haar in der Suppe. Wenn wir nur begrenzte Energie für unsere Vorhaben zur Verfügung haben, genügt es nicht, alle Wege nach Rom in Erwägungresultätig zu ziehen, nein, wir müssen den effizientesten Weg in die italienische Hauptstadt finden. Umwege kosten Kraft, die im Endspurt dann fehlen könnten.

Genau aus diesem Grund muss das Resultat, das Ziel, immer in direkter Sichtlinie bleiben („Sightline Management“). Für Sightseeing bleibt keine Zeit. Kommen wir nun auf das Kunstwort „resultätig“ zurück. „Tätig im Sinne des Resultats“ ist genau das, was uns jedoch so schwerfällt. Warum ist das eigentlich so?

Sie erinnern sich noch an Walter W. und seine menschliche Seite? Sie haben durch meine Zeilen jetzt sicher schon erkannt, warum Walter seine Ziele nie erreichen wird. Er machte zu Beginn vieles richtig, wurde jedoch, je länger die Reise dauert, durch Umwege und „nice to haves“ vom wahren Ziel, dem Resultat, abgelenkt.

Die Höchststrafe für den „Abgelenkten“ war jedoch, dass er selbst spürte, den Weg verlassen zu haben. Er investierte nun noch mehr Energie, aber nicht mehr in das Resultat, sondern in die Rechtfertigung seiner Handlungen. Viele Aktivitäten wurden erfunden, um aktiv zu wirken, aber in Wirklichkeit entfernte sich Walter mit jeder seiner Handlung mehr und mehr vom wahren Ziel. Er hatte verloren.

Was lernen wir nun aus Walter W’s. Leiden?

Ziele zu haben ist gut. Den ungefähren Weg dorthin zu kennen ist besser. Den genauen Weg dorthin zu kennen ist das beste. Sich nicht durch Sightseeing ablenken zu lassen ist unumgänglich, den Blick auf das Ziel gerichtet zu lassen ist der Schlüssel zum Erfolg. So einfach ist das!

Aber vergessen wir eines nicht, Walter W. ist ein Mensch. So wie wir auch.

Alexander Goetz

 

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